Widerstand und Unterstützung – das sind Begriffe, die in die Grundlagen der Charttechnik gehören und in diesem Beitrag ausführlich erklärt werden.

In der gängigen Fachliteratur findet sich viel mehr über unterschiedliche Formationen, als über das Thema Unterstützung und Widerstand. Das mag daran liegen, dass es sich bei Widerstands- und Unterstützungslinien um ganz klare Chartanalyse-Formationen handelt. Aufgrund ihrer Einfachheit werden sie deshalb oftmals nur kurz abgehandelt.

Es sind aber gerade diese Linien, denen die Profitrader ihre volle Aufmerksamkeit schenken, und das auch aus gutem Grund: Sie helfen nämlich enorm bei der Entscheidungsfindung beim Handeln mit Binären Optionen.

Inhaltsverzeichnis

Unterstützungslinie

Eine Unterstützung stellt im Grunde genommen einen Zeitraum dar. In diesem Zeitraumwird der Basiswert für ein bestimmtes Preisniveau gehandelt und für die Dauer der Unterstützung kann dieses nicht unterschritten werden. Insofern handelt es sich bei einer Unterstützung um das letzte Kurstief oder die letzten Kurstiefs eines Kursverlaufs.

Grundsätzlich liegt eine Unterstützung immer unterhalb des aktuellen Kursniveaus. Gerade in diesem Bereich ist das Kaufinteresse enorm hoch und wird das Verkaufsinteresse wahrscheinlich übertreffen. Sollte eine Unterstützung unterboten werden, so wandelt sie sich in einen Widerstand.

Des Weiteren ist es wichtig zu wissen, dass ein Unterstützungsbereich oftmals im Voraus durch frühere Tiefs ersichtlich wird.

Hintergrund der Unterstützung ist zum Beispiel, dass Trader einen Preisrückgang beobachten und dann auf den richtigen Zeitpunkt warten, um zu handeln. Dabei nimmt das überschüssige Angebot weiter ab, bis Angebot und Nachfrage sich die Waage halten. Der Preisrückgang steht still und immer mehr Trader kommen auf den Markt, sodass die Nachfrage weiter zunimmt und das Angebot weiter stillsteht. Durch diesen Preisdruck geht der Preis wieder nach oben.

Widerstandslinie

Der Widerstand ist das Gegenteil von der Unterstützung. Das heißt, für die Widerstandsdauer kann das Preisniveau nicht überschritten werden, sodass der Basiswert während der Widerstandsdauer nicht zu einem höheren Preis gehandelt werden kann. Insofern handelt es sich bei einem Widerstand um den letzten Hochkurs oder die letzten Hochkurse eines Kursverlaufs. Für gewöhnlich ist ein Widerstandsbereich immer durch ein früheres Hoch erkennbar.

Hintergrund des Widerstandes ist zum Beispiel, dass ein Trader einen Preisanstieg beobachtet und auf den richtigen Zeitpunkt warten, um einen Verkauf zu starten. Mit der Zeit kommen immer mehr Verkäufer in den Markt, sodass sich das Angebot erhöht und die Nachfrage eingeholt wird. Es entsteht ein Ausgleich und die Aufwärtsbewegung hält an. Sollte es dann zu einem Überangebot kommen, wird sich der Preis aufgrund der Verkaufskraft nach unten bewegen.

Bären und Bullen

Bären und Bullen sind die Fachtermini für die übergeordnete Stimmung der Trader (Marktteilnehmer).

Bären sind Verkäufer, die davon ausgehen, dass ein Kurs fallen wird. Der Bärenmarkt – auch als Baisse-Markt bekannt – bezieht sich auf die übergeordnete Kursbewegung nach oben.

Bullen sind Käufer, die davon ausgehen, dass der Kurs steigen wird. Der Bullenmarkt – auch als Hausse-Markt bekannt – bezieht sich auf die übergeordnete preisliche Aufwärtsbewegung des jeweiligen Marktes.

Bestimmung von Unterstützungs- und Widerstandsniveaus

Zur Bestimmung von Unterstützungs- und Widerstandsniveaus nutzen Trader verschiedene Preistypen und -instrumente. Darüber hinaus kann vorhergesagt werden, wo diese Niveaus zukünftig auftreten könnten. Das Ganze könnte beispielsweise so aussehen:

Allzeithochs und Tiefstände werden gerne von Intradaytradern genutzt bzw. beobachtet. Hierzu werden die Hoch- und Tiefpunkte der Vortage sowie der Wochenhochs/-tiefs auf verschiedene Hinweise untersucht, wo sich möglicherweise zukünftig Unterstützungs- und Widerstandslinien einzeichnen lassen.

Trader nutzen oftmals unterschiedliche Instrumente (z. B. Gann Linien, Gann Fächer, Fibonnaci Retracements etc.), um Widerstands- und Unterstützungsniveaus zu berechnen und wo sie zukünftig auftreten könnten.

Ein weiteres gern genutztes Instrument ist der gleitende Durchschnitt, um zu prognostizieren, wohin sich die Niveaus bewegen. Es wurden beispielsweise schon 50- oder 200-Tage gleitende Durchschnitte beobachtet, sodass sich die Niveaus zur selbsterfüllenden Prophezeiung entwickelten. Insofern ist es immer wichtig, diese Linien im Auge zu behalten.

Entwicklung eines Seitwärtstrends hin zum Aufwärtstrend

In einer Seitwärtsphase (Seitwärtstrend) bleibt der Markt relativ stabil mit nur wenigen Schwankungen innerhalb des Unterstützungs- und Widerstandsniveaus. Aus verschiedenen Gründen können sich aber die Marktgegebenheiten schnell ändern, sodass sich das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage entsprechend verschieben wird. Infolge dessen kommt es zu einem Preisausbruch.

Beispielszenario:

Angenommen ein Unternehmen kündigt eine positive Gewinnschätzung an und die potentiellen Verkäufer (also das Angebot) werden jetzt nur ungern verkaufen. Gleichzeitig hoffen sie natürlich, dass das betroffene Unternehmen wieder an Wert gewinnen wird. Jedoch werden die potentiellen Käufer sehr daran interessiert sein, in den Markt einzusteigen. Nähert sich der Preis das nächste Mal dem vorherigen Widerstandsniveau, so wird es wesentlich weniger Bären geben als Bullen vorher. Infolge dessen werden Preise über dem vorherigen Widerstandsniveau angestrebt, sodass sich möglicherweise ein neuer (bullisher) Trend abbilden wird.

Selbstverständlich werden nicht alle Bullen und Bären ihre Meinung ändern. So können die passiven Trader, die noch an der Außenlinie standen, eine Dynamik in die Preisbewegung bringen. Beispielsweise könnten Trader über dem vorherigen Widerstandsniveau einen Stop-Loss gesetzt haben. Zwecks Verlustbegrenzung werden diese Positionen geschlossen, wenn der Preis über dem besagten Level steigt. Wiederum schafft dies mehr Kaufkraft (Nachfrage), was den Markt weiter anschiebt.

Wenn Kaufinteressenten ihre Positionierung von dem (bullishen) Ausbruch aus dem Seitwärtstrend entsprechend abhängig machen, werden erst handeln, wenn die Aufwärtsbewegung das Widerstandsniveau hinter sich gelassen hat, was wiederum die Nachfrage steigert und sich die Preise erhöhen.

Der Markt wurde jetzt über das vorherige Widerstandsniveau getrieben, sodass das Niveau in Zukunft als potentielle Unterstützung dienen kann. Dabei können die Gründe hierfür auf unterschiedlichen emotionalen Reaktionen basieren:

  • Marktfurcht: Käufer eröffnen eine Position unter dem Widerstandsniveau in Erwartung einer neuen Gegenbewegung (Preissenkung). Diese werden ihre Positionen schließen wollen, und zwar durch einen Kauf, wenn der Kurs auf dieses bestimmte Niveau zurückweicht. Hierdurch wird nur ein geringer Verlust erlitten und das Risiko, dass der Preis wieder steigt, wird vermieden.
  • Marktgier: Trader, die Gewinne um das Widerstandsniveau erzielt haben, könnten sich für einen erneuten Markteinstieg entscheiden, denn sobald sich die neue Unterstützungsebene gefestigt hat, entsteht eine neue Ebene, um auf dieser Gewinne durch einen Verkauf zu realisieren. All das schafft ein neues Widerstandsniveau, das natürlich zu weiteren Widerstandsniveaus und höheren Unterstützungsebenen führen kann.

Fazit zu Unterstützung und Widerstand in Charts

Beim Börsenspiel kann das Erkennen von Unterstützungen und Widerständen wichtige Hinweise geben. Hier gilt, dass je häufiger eine Widerstandslinie berührt oder getroffen wird, desto wichtiger wird auch der Durchbruch dieser Linie. Umgekehrt gilt dies auch für Unterstützungslinien.

Grundlagen zur Unterstützung und Widerstand in Charts
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