Trends, Trendlinien & Trendkanäle verstehen

Trend, Trendlinien & Trendlinien – sind im Grunde leicht zu verstehen, doch das Umsetzen in der Praxis ist schon etwas schwieriger. Denn nur sehr selten liefert ein Kurs einen eindeutigen Trend, dem einfach gefolgt werden kann. Doch wer sich eingehend mit der Thematik beschäftigt und fortlaufend übt, wird schon bald die ersten Erfolge erzielen können.

Inhaltsverzeichnis:

Entstehung von Trends

Warum letztlich ein Trend entsteht, kann viele verschiedene Gründe bzw. Ursachen haben. Folgende Ursachen können beispielsweise einen Trend entstehen lassen:

  • Trendentstehung das Verhalten der Marktteilnehmer: Die Marktteilnehmer sind durchaus in der Lage, einen Trend zu erzeugen, indem sie zum Beispiel die gleiche Strategie verfolgen. Aufgrund dieser indirekten Kaufempfehlung schließen sich immer mehr Trader an und der Kurs steigt.
  • Unvorhersehbare politische, wirtschaftliche Entwicklungen: Politische und wirtschaftliche Entwicklungen besitzen einen großen Einfluss auf die Kurse. Wird beispielsweise plötzlich ein Skandal aufgedeckt oder findet ein Terroranschlag statt, kommt es zu erheblichen Kursschwankungen. So kann der Kurs eines Basiswertes, der zuvor noch als sicher und stabil galt, plötzlich ins bodenlose sinken oder je nach Nachricht auch unaufhörlich steigen.
  • Veränderungen im technischen Markt: Bringt der Hersteller ein neues technisches Produkt auf den Markt, so kann es zu einem Aufwärtstrend der Unternehmensaktien kommen. Aber auch eine revolutionäre technische Neuentwicklung kann beispielsweise die Nachfrage von Rohstoffen erhöhen, sodass auch hier die Kurse in die Höhe schießen.

Es gibt tatsächlich Trends, die lange Zeit eine gewisse Stabilität aufweisen. Wenn beispielsweise Unternehmen über einen längeren Zeitraum gut performen und gleichzeitig auch gute Unternehmensdaten aufweisen, so werden sie als „Blue Chips“ bezeichnet. Bei diesen ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass der Kurs stark schwankt. Eine Garantie gibt es allerdings nicht. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Dotcom-Blase. Hier kam es zu einem extrem hohen Aufwärtstrend und als die „Blase platze“ fielen die Kurse extrem. Da die Einschätzung darüber, ob sich ein Trend festigt oder nicht, schwer zu treffen ist, sollte grundsätzlich nicht zu viel riskiert werden. Gerade bei sehr jungen Trends, ist Vorsicht geboten.

Erkennung von Trends

„Der Trend ist Dein Freund“ – heißt einen altes Sprichwort der Börsianer. Um einen Trend sicher ausmachen zu können, können die folgenden Tools in Charts genutzt werden:

Trendlinien

Trendlinien sind die einfachste Art, um einen Trend erkennen zu können. Experten empfehlen das Einsetzen von Trendlinien bei kurz- bis mittelfristigen Binären Optionen, also ab einer Zeitperiode von rund 15 Minuten beim Handel und im Chart.

Bei einem steigenden Kurs muss die Trendlinie im Chart vom tiefsten Punkt zum nächsten Tiefpunkt gezogen und beim fallenden Kurs vom höchsten Punkt zum nächsten Höchstpunkt gezogen werden, da der Kurs ja steigt bzw. fällt. Nähert sich nun der Kurs an die Trendlinie, wird von dort wieder abgestoßen und folgt dann wieder dem Trend, ist ein genauer Trend ersichtlich und es ist der richtige Zeitpunkt, um in den Handeln mit Binären Optionen einzusteigen.

Sollte jedoch der Kurs die Trendlinie durchbrechen, so endet der Trend und bildet gleichzeitig einen neuen Trend. Hier heißt es aber, erst einmal abzuwarten. Nach einer gewissen Zeit kann dann eine Analyse mit neuen Trendlinien gestartet werden.

Trendbestätigung mit gleitenden Durchschnitten

Der gleitende Durchschnitt gilt unter Profitradern als ein sehr geeigneter Indikator, um einen Trend bestätigen zu können. Typischerweise wird er für das Ermitteln von Marktbedingungen sowie für die Ein- bzw. Ausstiegszeiten genutzt.

Auf einem Chart wird der gleitende Durchschnitt als Linie abgebildet und ist ein Durchschnittskurs über einen bestimmten längeren Zeitraum. Dabei ergibt sich die Durchschnittslinie aus dem durchschnittlichen Kurs sowie einer Anzahl von Zeitperioden. Im Chart wird jede durchschnittliche Kurse abgebildet und der Schlusskurs als Candlestick angesehen.

Nehmen wir folgendes Beispielszenario: Auf einem 5-Minuten- Chart wird der gleitende Durchschnitt angezeigt, und zwar für 20 Perioden. Anhand des Durchschnittsschlusskurses der letzten 20 Candlesticks im 5-Minuten-Chart wird jeder Punkt des Durchschnitts bestimmt. Dabei zeigt der Durchschnitt, während sich jeder Candlestick bildet, den Durchschnittsschlusskurs, und zwar für die vergangenen 20 Perioden, wodurch sich eine Linie bildet.

Mithilfe der gleitenden Durchschnittslinie bzw. deren Winkel und Steilheit, lassen sich Trendrichtungen sehr gut erkennen. Sollte die Linie steil verlaufen, so kann angenommen werden, dass der Trend sehr stark ist bzw. sich der Kurs in einem starken Trend befindet. In welche Richtung getradet wird, kann anhand der Kursrichtung, also ob er sich ober- oder unterhalb der Durchschnittslinie liegt, entschieden werden. Liegt der Kurs beispielsweise über der der Linie, wird der Kurs wahrscheinlich steigen und umgekehrt. Wichtig ist aber, dass dies eine subjektive Sichtweise ist, denn jeder Durchschnitt bezieht sich automatisch auch immer auf die Periode, deren Trend gerade beobachtet wird. Auch andere gleitende Durchschnitte müssen auf einem Chart beobachtet werden.

In Bezug auf die Anzahl der Perioden ist zu sagen, dass es hierfür keine bestimmten Regeln gibt, sodass jeder Trader selbst entscheidet, welche er auswählt. Grundsätzlich gilt aber, dass sich der gleitende Durchschnitt schnell verändert, wenn kurze Perioden gewählt werden. Hingegen gelten aber kürzere Perioden als zuverlässiger. Nachteilig ist, dass hier dann die Kursänderungen langsamer reflektiert werden.

In der Chartsoftware werden in der Regel die unterschiedlichen gleitenden Durchschnitte, die in einfach, exponentiell, linear gewichtet und geglättet unterschieden werden, automatisch berechnet, sodass Trader nur die eingezeichneten Linien betrachten. Alle genannten Arten von Durchschnitten unterscheiden sich lediglich in ihrer Berechnungsweise.

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  • Einfacher gleitender Durchschnitt: Jede Periode wird bei der Berechnung gleichgewichtet.
  • Exponentieller, linear gewichteter und geglätteter gleitender Durchschnitt: Hier liegt der Schwerpunkt auf den jüngeren Perioden bei der Berechnung.

Darüber hinaus ist es auch noch wichtig Folgendes zu wissen:

Wenn ein Kurs den gleitenden Durchschnitt berührt, kann der Durchschnitt bei dem darunter befindlichen Kurs als Widerstand und bei einem darüber befindlichen Kurs als Unterstützung dienen. Insofern können gleitende Durchschnitte also auch Unterstützungs- und Widerstandsindikatoren benutzt werden.

Des Weiteren gibt es aber auch noch Überschneidungen von gleitenden Durchschnitten, womit eine Trendumkehr ersichtlich wird. Werden beispielsweise zwei gleitende Durchschnitte für verschiedene Perioden angesetzt, so kann hiermit ein kurzfristiger und längerfristiger Trend angezeigt werden. Kreuzt nun der gleitende Durchschnitt für kurze Zeit den Durchschnitt der längeren Periode, und zwar von oben nach unten, so ist eine Trendumkehr hin nach oben wahrscheinlich. Eine Trendumkehr nach unten ist dementsprechend wahrscheinlich, wenn der gleitende Durchschnitt für kurze Zeit den Durchschnitt der längeren Periode kreuzt, ebenfalls von unten nach oben.

Kreuzen sich also kurz- und längerfristige Linien, ist eine Trendumkehr wahrscheinlich. Mithilfe dieser sogenannten Crossovers erhalten Trader einen wichtigen Anhaltspunkt, ob es nun Zeit ist, zu kaufen oder zu verkaufen.

Bollinger Bands

Die Bollinger Bands (Bollinger Bänder) wurden von John Bollinger entwickelt und sind ein sehr geeignetes Hilfsmittel, um einen Trend zu erkennen. Diese bestehen aus einer oberen und unteren Linie sowie einem Durchschnitt. Errechnet werden die Bänder anhand von Standardabweichungen. Mithilfe einer Chartsoftware können sich die Bollinger Bands ganz einfach als Indikatoren angezeigt werden. Es ist aber darauf zu achten, das die Chartsoftware nicht nur die äußeren Bänder anzeigt, sondern auch den Durchschnitt, denn nur hiermit kann ein Trend erkannt werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass ein Kurs immer wieder an die obere oder untere Linie anstoßen, um sich dann in eine Gegenrichtung zu bewegen. Sollte sich das Band verengen, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine starke Kursbewegung folgen wird.

Trendkanäle

Bei den Trendkanälen handelt es sich um eine fortgeschrittene Methode, um Trend vorherzusagen. Zwar können Trendkanäle künftige Preisbewegungen vorhersagen, sie haben aber auch ihre Grenzen. Beispielsweise dient die Trendlinie in einem Aufwärtstrend als Unterstützung, sodass der Markt nach unten begrenzt wird und es kann prognostiziert werden, wann sich der Kurs nach einer Korrektur wieder nach oben bewegt.

Sollte sich jedoch der Kurs in einem Aufwärtstrend nach oben bewegen, so ist eine Trendlinie wenig hilfreich, um herauszufinden, wie weit der Kurs laufen wird. Für die Reichweite der Kursbewegung fehlt also ein wichtiger Indikator. Hier ist es dann sinnvoll, den sogenannten Trendkanal zu nutzen.

Grundsätzlich können Trendkanäle auf den folgenden Wegen erzeugt werden:

  • Weg 1: Nachdem eine Trendlinie gesetzt wurde, wird eine parallele Linie gezogen, die en Markt zur anderen Seite hin entsprechend begrenzt. Werden zwei Tiefpunkte miteinander verbunden, so muss die zweite Linie zwei Hochpunkte verbinden.
  • Weg 2: Es kann aber auch mit der Linie des Trendkanals begonnen werden, und zwar mit der Linie, die sich auf der anderen Seite des Trendkanals befindet. Dabei ist es in einem Aufwärtstrend die obere Linie des Trendkanals und bei einem Abwärtstrend entsprechend die untere Linie. Alsdann kann die parallele Linie gezogen werden.

Profitrader beginnen in der Regel mit dem ersten Weg, da hier die Trendlinie früher beginnt und es somit einfacher ist, den Trend zu bestimmen.

Die Vorteile der Trendkanäle im Vergleich zu Trendlinien sind:

  • Durch das Festlegen des Trendkanals wird der Bereich schnell erkannt, in dem sich der Kurs bewegen soll.
  • Mithilfe des Trendkanals werden zwei Begrenzungen festgelegt (oben und unten), weshalb schnell ersichtlich ist, wann die Haupttrendlinie durchbrochen wurde, weil der Trend schwächer geworden ist.
  • Bricht die Trendlinie in einem Abwärtstrend die obere Linie, nimmt der Trend zu. In diesem Fall sollte nicht gewartet werden, bis der Kurs wieder die untere Linie erreicht.

Ohne einen Trendkanal würden die zuvor genannten Informationen fehlen, weshalb oftmals die Trendkanäle den Trendlinien bevorzugt werden.

Ein Artikel von IID.de
Trends, Trendlinien & Trendkanäle verstehen am 23.07.2015 mit 5.0 von 5

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