Für das Handeln mit Binären Optionen ist die Stochastik sehr gut geeignet. Es handelt sich hierbei um ein Teilgebiet der Mathematik, in dem es um Statistik und die Wahrscheinlichkeitstheorie geht (Übersetzung Stochastik: „Ratekunst“).

Der US-amerikanische Trader namens George C. Lane entwickelte hierauf basierend in den 60er Jahren die „Fast- and Slow-Stochastik“. Dieser Indikator fällt in die Kategorie der sogenannten Overbought/Oversold-Indikatoren. Grundlage dieser Methode ist die Beobachtung, dass bei Aufwärtsbewegungen der Preise, die Kurse nahe an den Tageshöchstkursen liegen und im umgekehrten Fall, dass die Preise nach unten fallen, wenn sich die Kurse nahe am Tagestiefstkurs befinden.

Inhaltsverzeichnis:

Arbeiten mit dem Stochastik-Indikator

Der Stochastik-Indikator kann auch als Impulsoszillator benannt werden, der zwei Linien umfasst und zwischen den Zahlen 0 bis 100 bewegt (oszilliert). Bei leichten Trends sowie in Seitwärtsbewegungen kann dieser Indikator entsprechende Umkehrpunkte anzeigen. Bei stark ausgeprägten Trends wird dieser Indikator in der Regel nicht bei der Analyse genutzt. Zudem werden durch Abweichungen zwischen dem Indikatorkurs und dem Kurs eines Basiswertes Trendwechsel erkennbar.

Dabei errechnet der Indikator innerhalb eines bestimmten festgelegten Zeitintervalls den Schlusskurs eines Basiswertes in Abhängigkeit zur gesamten Kursspanne bzw. wird hier ein Prozentsatz für die Wahrscheinlichkeit berechnet, dass sich der Kurs in die gleiche Richtung des Kurses vom vorherigen Tage fortsetzt. Wenn der Kurs nach oben oder unten neigt, befindet sich der Schlusskurs nahe des Höchstkurses oder Tiefstkurses vom vorherigen Tag.

Unterschieden wird zwischen einer Stochastik über 80 Prozent (überkaufte Werte) und Stochastik unter 20 Prozent (überverkaufte Werte). Dabei setzt sich der Stochastik-Indikator aus der Linie

  • %K = Gleitender Durchschnitt (Höchst-/Tiefstkurse des vorherigen Tages)

und der Linie

  • %D = Gleitender Durchschnitt der letzten drei Tage bzw. %K-Werte

zusammen, die sich wiederum – wie zuvor erwähnt – zwischen den Werten 0 und 100 bewegen. Zudem ist %D ein gleitender Durchschnitt von %K. Der Fast-Stochastik-Indikator wird durch den Slow-Stochastik-Indikator ergänzt. Die Basis ist die %D-Linie, worauf ein gleitender Durchschnitt berechnet wird.

Die Fast-Stochastik wird durch die Slow-Stochastik geglättet und beruhigt somit den Oszillator (%Kslow gleich %Dfast). Dabei errechnet sich die %D-Linie aus %Dt minus 1 mal 2 plus %Kslow durch 3.

Bei den Einstellungen in den Analyseprogrammen werden meistens 5 %K-Perioden sowie 3 %D-Werte zur Glättung ausgewählt. Die meisten Trader benutzen die Slow- und Fast-Stochastik gleichermaßen, auch wenn die Slow-Stochastik in der Regel ausreichend ist.

Kauf- und Verkaufssignale erkennen

Es bedarf einiger Erfahrung, um mit dem Stochastik-Indikator umgehen zu können. Dabei können aber die folgenden Methoden hilfreich sein, um um den Stochastik-Indikator festzulegen:

  • Crossover: Hierbei werden die %K- und die %D-Linie als gleitende Durchschnitte betrachtet, wobei eine Linie schnell und die andere Linie langsam ist. Von Zeit zu Zeit kommt es zu einem „Crossover“. Ein Verkaufssignal entsteht dann, wenn die %K-Linie unter der %D-Linie („Up“) kreuzt. Entsprechend gibt es ein Verkaufssignal, wenn die %K-Linie über der %D-Linie („Down“) kreuzt.
  • Overbought/Oversold: Sollte die %K- oder %D-Linie die 20- und 80-Prozent-Marke überschreiten, so gab es eine Overbought/Oversold-Marktstimmung. Gekauft wird, wenn der Indikator unter die 20-Prozent-Marke fällt und sie alsdann wieder übersteigt. Umgekehrt wird verkauft, wenn der Indikator die 80-Prozent-Marke übersteigt und dann wieder darunter sinkt.
  • Divergenzen: Besteht eine Divergenz (Abweichung) zwischen den Indikator-Linien und einem Preis, so kann dies eine wichtige Signalwirkung haben. Sollten beispielsweise Preise neue Höchstwerte erreichen und der Indikator nach unten neigen, so kann das ein Zeichen für eine Marktschwäche sein.

Fazit zur Stochastik und ihre Eigenschaften

Das Benutzen des Stochastik-Indikators kann sehr hilfreich sein. Wichtige Voraussetzung ist aber, dass der richtige Basiswert und auch die richtige Periode ausgewählt werden muss. Obwohl dieser Indikator für den Handel mit Binären Optionen geeignet ist, wird der aber vorwiegend auf dem Aktienmarkt benutzt, denn schließlich wurde er letztendlich auch für diesen entwickelt.

Wie alle Indikatoren hat auch der Stochastik-Indikator seine Stärken und Schwächen. Eine Stärke ist, dass mit diesem Indikator ein Trendwechsel innerhalb einer Seitwärtsbewegung identifiziert werden kann. Lange Zeit suchten Trader hierfür einen Indikator, denn dann George C. Lane liefern konnte. Als Schwäche ist zu nennen, dass es zu Fehlinterpretationen in den Trendmärkten kommt, warum Profitrader diese nicht berücksichtigen bzw. auslassen. Allgemein nutzen Trader den Stochastik-Indikator eher als Ergänzung in Seitwärtsbewegungen und lassen die Trendmärkte außen vor. Benutzt wird er vor allem in den Ranges als Signalgeber.

Generell sind Indikatoren sehr wichtige Informationsquellen, um die Entscheidungsfindung zu unterstützen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Trader diese kennen und sich damit auseinandersetzen. Umso mehr Wissen angeeignet wird, desto eher kann eine Kursmeinung gefestigt werden.