Binäre Optionen sind kein neuartiges Finanzprodukt, vielmehr gibt es diese Handelsform bereits seit vielen Jahren in der Finanzbrache, typischerweise im Investment Banking. Für Privatanleger wurde dieser Handel jedoch erst seit einigen Jahren möglich gemacht. Und so stellen sich natürlich viele Anleger die Frage, ob und wie die Gewinne versteuert werden müssen. Zwar werden im Folgenden die wichtigsten Fragen ausführlich beantwortet, doch sollten Trader in jedem Fall mit einem Steuerberater oder einer anderen fachlich geeigneten Person seine persönliche Situation abklären.

Inhaltsverzeichnis:

Sind die Gewinne aus dem Handel mit Binären Optionen Wettgewinne?

Binäre Optionen sind Derivate und gelten somit als Kapitalanlage. Da diese Handelsart nicht im Glücksspieländerungsstaatsvertrag aufgeführt oder definiert ist, wird davon ausgegangen, dass die Gewinne nicht unter das Glücksspiel fallen und somit auch keine Wettgewinne sind.

Sind Binäre Optionen Termingeschäfte und fallen unter die Abgeltungssteuer?

Ja, Binäre Optionen sind Termingeschäfte und fallen somit auch unter die Abgeltungssteuer, die zurzeit 25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag beträgt. Ggf. kommt hier auch noch die Kirchensteuer hinzu.

Jedem Steuerzahler steht ein jährlicher Freibetrag zu. Dieser beträgt zurzeit 801 Euro. Das bedeutet, dass Gewinne bis zu dieser Summe nicht versteuert werden müssen. Dabei können aber die Verluste mit den Gewinnen verrechnet werden. Nur der Differenzbetrag wird dann entsprechend versteuert.

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Wie handhaben die Broker die Versteuerung?

Wie die Broker mit der Abgeltungssteuer verfahren, hängt vom jeweiligen Hauptsitz des Brokers ab. In Deutschland ansässige Broker ziehen normalerweise den Steuersatz automatisch von den Gewinnen ab. Hingegen müssen die Anleger eines ausländischen Brokers selbst für die Versteuerung sorgen, denn hier wird der Steuersatz nicht eingezogen. Bei Unsicherheiten ist es empfehlenswert, beim Broker einmal nachzufragen, wie mit der Versteuerung umgegangen wird. Oftmals sind diese Informationen auch schon in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Brokers zu finden.

Was muss bei der Steuererklärung beachtet werden?

Bei der Einkommenssteuererklärung werden die Erträge aus den Kapitalanlagen in der Anlage KAP eingetragen. Früher war es zulässig, dass beispielsweise Verluste aus dem Aktienhandel mit den Zinserträgen eines Sparbuches entsprechend verrechnet werden. Heute ist dies nicht mehr möglich. Nur Verluste und Gewinne aus einer Anlagegattung dürfen verrechnet werden. Um diese Gewinne und Verluste gegenüber dem Finanzamt nachweisen zu können, ist es empfehlenswert, der Einkommenssteuererklärung die Handelskontoauszüge beizufügen.

Sollte ein Geschäftsjahr mit einem Minus enden, so darf der Betrag als Verlustvortrag auf das nächste Geschäftsjahr übertragen bzw. angerechnet werden. Infolge dessen werden dann die Gewinne des kommenden Jahres um diesen Minusbetrag reduziert.

Binäre Optionen & Steuern – Gewinne versteuern?
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