Menschen handeln stets nach einem bestimmten Muster, das sich aus unterschiedlichen Faktoren zusammensetzt, wie zum Beispiel durch Kindheitserfahrungen, aktuelle oder kulturelle Erfahrungen. Aber auch Überzeugungen und Werte haben dieses Verhaltensmuster geprägt. Im Grunde handelt es sich um natürliche, neurobiologische Prozesse, die im Unterbewusst ablaufen und uns kaum bewusst sind.

Damit man beim Trading nicht diesen unbewussten Prägungen und Trieben unterliegt, sind sich diese Abläufe bewusst zu machen, um dauerhaft Erfolge zu erzielen. Derartige Emotionen sind nämlich beim Handeln mit Binären Optionen die falschen Ratgeber. Doch wer seine inneren Regungen und Gefühle versteht, wird diese beim Handeln auch besser unter Kontrolle halten können.

Neandertaler an der Börse

Der Mensch hat eine unglaubliche lange Evolution hinter sich gebracht. Er hat Vieles gelernt, Vorhandenes erweitert und auch Altes beibehalten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich auch unser Gehirn weiter, sodass das heutige Gehirn aus mehreren Teilen besteht, die verschiedene Funktionen ausüben. Der aber wohl älteste Teil des Gehirns ist für die Gefühle, Triebe, Reflexe und Instinkte zuständig und hat sich kaum verändert. Bewusst bekommen wir diese Abläufe gar nicht mit.

Eines der wichtigsten Gefühle, das in dem alten Gehirnteil entsteht, ist die Angst. Bekommen wir Angst, so wird ein sofortiger Flucht- oder Angriffsreflex ausgelöst. Diesen brauchten schon die Neandertaler, um ihr Überleben zu sichern. Auch der moderne Mensch besitzt noch diese Reflexe, wogegen der Verstand nichts unternehmen kann.

Diese psychologischen Faktoren spielen beim Optionshandel eine wichtige Rolle. Zwar sehen die heutigen Börsenmenschen, Anleger, Investoren und so weiter nicht mehr aus wie Neandertaler, doch ihr Verhalten unterliegt immer noch den alten Gesetzen. Wer sich dessen nicht bewusst, entscheidet willkürlich und von den alten Verhaltensmustern angetrieben, womit ein Verlust bereits vorprogrammiert ist.

Marktpsychologie: Rationales Agieren ist das A und O

Beim Handeln mit Binären Optionen ist es enorm wichtig, dass den zuvor beschriebenen Effekten entgegengesteuert wird. Allgemein existieren drei besondere „Effekte“ bzw. Gefühle, die nicht nur zu Verlusten, sondern sogar zum Zusammenbruch von ganzen Märkten geführt haben.

Angst

Jeder Trader möchte gewinnen, weshalb sich automatisch sehr schnell das Gefühl der Angst einstellt. Beobachtet man eine gekaufte Option und merkt, dass diese in die falsche Richtung läuft, wird das Gefühl der Angst noch verstärkt. Nicht selten tauchen auch Horrorgedanken auf, wie zum Beispiel: „Ich bin ruiniert. Ich verliere mein ganzes Geld.“ Aus dieser Angst heraus werden wir hektisch und versuchen, eine Gegenmaßnahme zu ergreifen. Alles wird versucht, um den Verlust zu begrenzen. Schnell wird die Stop-Loss-Funktion genutzt oder es werden hektisch weitere Optionen gekauft, ohne auch nur einmal darüber nachzudenken. Und von dem Verlust einer Option entsteht plötzlich der Totalverlust.

Hier gilt es also, dieser Angst im Vorhinein schon zu begegnen. Im ersten Schritt ist es wichtig, dass ein Finanzmanagement betrieben wird. Das Prinzip lautet: Nur so viel Geld einsetzen, das man im worst-case-Fall auch verschmerzen kann. Allein diese Vorgehensweise kann die Angst bereits dämpfen. Im nächsten Schritt müssen dann die Trades sehr gut geplant werden. Auf spontane Aktionen sollte man sich nicht einlassen. Trader müssen sich hier in Gelassenheit und Geduld üben. Sollte es zu einem Verlust gekommen sein, ist eine Pause ratsam. Erst dann, wenn die Emotionen abgeklungen sind, können sich Gedanken gemacht werden, wie es weitergeht.

Gier

Die Gier ist ebenfalls ein sehr altes Gefühl, das eng mit der Angst verbunden ist. Früher war es wichtig, sich große Vorräte für schlechte Zeiten anzuschaffen. Bei Tieren ist dieser Effekt ebenfalls oft zu beobachten. Bei Nahrungsfülle überfressen sich beispielsweise unnötig. Und wer als Trader gierig wird, der will seine Erfolgssträhne beibehalten – ähnlich wie bei Spielsüchtigen. Auch hier heißt es also, einen kühlen Kopf zu bewahren und regelmäßige Pauschen zu machen. Trades sollten in Ruhe geplant werden.

Herdentrieb

Der Herdentrieb ist ein Phänomen, das es nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei den Tieren gibt. Ein Teil der Herde rennt unvermittelt los und alle anderen folgen aus einem Trieb heraus, egal, wie irrational das auch sein mag. An der Börse kann ein solcher Effekt sehr gefährlich werden. Da Anleger ihre Entscheidungen wie eine Herde treffen, die anderen folgen, kann es zu großen Preisschwankungen kommen, ohne dass es hierfür eine reale Grundlage gibt. Schnell kommt es zu hektischem Kaufen oder panischem Verkaufen, wodurch riesengroße Spekulationsblasen und Finanzkrisen entstehen.

Der Auslöser könnte zum Beispiel eine gemeinsame Annahme von ungleichen Informationen sein. So könnten Anleger davon ausgehen, dass andere wichtige News erfahren haben und folgen diesen unüberlegt. Jeder will noch auf den Zug aufspringen. Ein sehr gutes Beispiel für solch eine Situation war die Dotcom-Blase im Jahr 2000. Nachdem zahlreiche Kleinanleger ihr gesamtes Kapital investierten – getrieben von der Hoffnung, später hohe Gewinne einzufahren – platzte die Blase und sie verloren alles. Hierunter gab es viele Neuanleger, die keine Erfahrungen besaßen und einfach „mit der Herde rannten“.

Auch hier gilt: Trades müssen sorgfältig geplant werden. Zudem dürfen sich Trader nicht beirren lassen und sollten nicht unbedingt das tun, was alle anderen tun.