Strategie: Marktbeobachtung

Die Marktbeobachtung bzw. das Einschätzen des aktuellen Marktniveaus ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um erfolgreich mit Binären Optionen zu handeln. Aufgrund dieser Beobachtungen können nämlich zukünftige Entwicklungen für eine Option prognostiziert werden. Ohne derartige Einschätzungen und Prognosen wäre der Handel mit Binären Optionen ein reines Glücksspiel.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung der Marktbeobachtung

Marktbeobachtungen sind so alt wieder menschliche Handel selbst. Dabei werden stets die folgenden Grundfaktoren beobachtet:

  • Tendieren die Märkte nach oben?
  • Tendieren die Märkte nach unten?
  • Stagnieren die Märkte?
  • Beeinflussen sich die Märkte gegenseitig?

Während die ersten drei Faktoren schnell festgestellt werden können, kann eine gegenseitige Beeinflussung der Märkte nur schwer durchschaut werden. Dies verlangt eine sehr genaue Beobachtung. So ist den meisten Börsianern beispielsweise die Korrelation zwischen dem Basiswert Gold und einer bekannten Aktie bekannt. Infolge dessen würde sie nicht in Gold investieren, wenn Aktienmärkten haussieren (steigen). Umgekehrt würden sie wieder auf Gold setzen. Zwar klingt dieses Prinzip in der Theorie sehr einfach, in der Praxis lässt sich dieses aber nicht umsetzen. Zum Beispiel würde sich bei einer eingehenden Beobachtung des Goldmarktes zeigen, dass es zahlreiche weitere Einflüsse gibt, wie zum Beispiel Inflation oder der Währungskurs Dollar, da Gold in diesem notiert wird.

Bei der Marktbeobachtung müssen also viele Faktoren berücksichtigt werden. Zu beachten ist auch, dass sich diese widersprechen können und somit eine Stagnation an den Märkten verursachen. Seit Urzeiten wissen die Menschen, dass ihre Produkte nicht nur deshalb weniger gekauft werden, weil ein Konkurrent das Produkt günstiger oder in verbesserter Form anbot, sondern auch deswegen, weil neue Produkte auf den Markt kamen, die einfach öfter verkauft wurden.

Heute bestehen noch die gleichen Situationen an den Märkten. Sind die finanziellen Mittel vorhanden, kann ein neues Auto und auch eine neue Waschmaschine gekauft werden. Beide Produkte haben nichts gemeinsam. Um die Grundlagen der Marktbeobachtung zu verstehen, ist ein Verständnis dieser zunächst verwirrenden Zusammenhänge sehr wichtig. Im weiteren Verlauf und mit mehr Fachkenntnis entstehen die logischen Zusammenhänge dann automatisch.

Grundlagen der Marktbeobachtung

Experten empfehlen, sich jeden Tag mit den Märkten und Börsen zu beschäftigen. Hierbei kann ein grober Überblick helfen:

  • Welche Entwicklungen zeigen sich am Aktienmarkt?
  • Welche Entwicklungen zeigen sich am Goldmarkt?
  • Welche Entwicklungen zeigen sich am Ölmarkt?
  • Welche Entwicklungen zeigen sich bei den meistgehandelten Währungspaaren?

Es sollte vor allem geprüft werden, ob es an den zuvor genannten Märkten irrationale Übertreibungen oder starke Schwankungen gibt. Gerade „irrationale Übertreibungen“ haben im Handel eine große Bedeutung. Der Nobelpreisträger Robert J. Shiller warnte vor Übertreibungen bereits Ende der 90er Jahre in seiner bekannten Publikation „Irrationaler Überschwang“ in Bezug auf die New-Economy-Euphorie. Auch die Spekulationsblase am US-amerikanischen Immobilienmarkt sah Shiller voraus. Infolge dessen war er an der Entwicklung des „Case-Shiller-Index“ beteiligt.

Hiermit ist bereits eine wichtige Grundlage für die Marktbeobachtung benannt. So bilden Indizes die Marktbeobachtungen im Chart ab, weshalb sie als wichtigstes Tool gelten. Verinnerlicht man sich, dass wie vielen Einflüssen beispielsweise der DAX unterliegt, bei dem der Kurs aus 30 Blue Chips besteht, so ist es nicht verwunderlich, dass er häufig zu stagnieren scheint. Immerhin steigen oder fallen die Kurse hier von den vielen Unternehmen zur gleichen Zeit. Sollte es dennoch dazu kommen, bahnt sich ein Crash (Übertreibung) an. So etwas zu erkennen, ist auch ein wichtiger Bestandteil der Marktbeobachtungen. Im Beispiel mit dem DAX gäbe es auch hier ein Tool, nämlich ein Volatilitätsindex namens VDAX. Ein Blick auf diesen Index genügt den meisten Tradern aus, um eine umfangreiche Marktbeobachtung vorzunehmen.

Hilfsmittel für die Marktbeobachtung

Zu den wichtigsten Hilfsmitteln in der Marktbeobachtung zählen die Fundamentalanalyse und die Chartanalyse, die im Folgenden näher erläutert werden.

Fundamentalanalyse

Ein wichtiger Teil der Marktbeobachtung ist die Fundamentalanalyse. Es handelt sich hierbei um eine Methode, die sich auf die fundamentalen Daten eines Unternehmens wie

  • Kostenstruktur
  • Ertragskraft
  • Gewinn
  • Cashflow

und

  • Zukunftsaussichten

konzentriert und die Aktien verschiedener Unternehmen aus der gleichen Branche mithilfe von ermittelten Kennzahlen miteinander vergleicht. Hierdurch wird es möglich, Anlagealternativen zu bewerten. Zum einen werden in der Fundamentalanalyse die Veränderungen von Angebot und Nachfrage aus gesamtwirtschaftlicher Sicht analysiert. Hier spielen Faktoren, wie zum Beispiel die Wirtschaftspolitik, die Zinspolitik der Zentralbanken oder auch staatspolitische Veränderungen, die einen Einfluss auf Unternehmen haben eine wesentliche Rolle. Es handelt sich hierbei um den sogenannten Top-Down-Ansatz.

Zum anderen wird in der Fundamentalanalyse versucht, von Marktpotenzialen und Kennzahlen der Unternehmen auf ihre Ertrags- und Substanzwerte zu schließen, was auch als Bottom-Up-Ansatz bezeichnet wird.

Trader, die sich mithilfe der Fundamentalanalyse orientieren, beobachten vorwiegend längerfristige Entwicklungen. Dabei kann sich diese Entwicklung auf unterschiedliche Ereignisse beziehen, wie zum Beispiel die Euro-Krise oder die allgemeine Konjunktur im Euro-Raum oder aber auf Öl- und Goldpreis. Ebenso wichtig sind aber auch kurzfristige Entwicklungen, wie zum Beispiel die Quartalszahlen von Unternehmen oder der Einkaufsmanagerindex. Grundsätzlich sollten sich Trader regelmäßig mit solchen Ereignissen befassen bzw. beobachten. Hierzu stellen die meisten Broker einen Wirtschaftskalender oder einen Nachrichtenfeed zur Verfügung.

Trotzdem ist es nicht leicht, nach aktuellen News zu handeln, auch wenn die Erwartungen, dass es nach der Newsveröffentlichung zu Schwankungen an den Märkten kommt, meist erfüllt werden. Für zahlreiche Trader resultiert hieraus, dass entweder nicht gehandelt wird oder aber eine 60-Sekunden-Option spekuliert wird. So reicht es vielen Tradern aus, sich einmal täglich die News anzusehen, um die aktuelle Stimmung wahrzunehmen. Hingegen nutzen Trader, die es genauer wissen möchten, eher Fachnachrichten von Tradingportalen oder Börsenportalen. Hier muss aber unbedingt zwischen der Meinung der Analysten und der reinen Nachrichten unterschieden werden. Meinungen von Analysten sind immer subjektive Einschätzung.

Wenn zum Beispiel Binäre Optionen auf Aktien gehandelt werden, ist es durchaus sinnvoll, sich auch mit dem jeweiligen Unternehmen zu beschäftigen. Es sollte sich stets auf die Fakten konzentriert werden, die den ausgewählten Basiswert betreffen, denn es existieren ohnehin schon zahlreiche andere Faktoren, die die Märkte beeinflussen. So würde man sich zum Beispiel beim Währungspaar EUR/USD auf die wirtschaftliche Situation im Euro-Raum und in den USA konzentrieren, wo meist ein Blick in die Nachrichten ausreicht.

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Zusätzlich sind in der Fundamentalanalyse aber politische Faktoren sehr wichtig, vor allem dann, wenn es um Währungen geht. Großen Einfluss auf die Kurse haben beispielsweise währungspolitische Entscheidungen oder wichtige Wahlen in der Politik. Kommt es in einem Land zu politischen Unruhen, so fällt auch automatisch der Währungskurs des jeweiligen Landes.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass es zwar wichtig ist, die Fakten zu fokussieren, aber trotzdem umfänglich ausfallen müssen. Vorsicht ist geboten, wenn lediglich einzelne Faktoren herausgesucht werden, denn hierdurch können die Ergebnisse verzerrt werden.

Chartanalyse

In der Chartanalyse geht es nicht um wirtschaftliche Faktoren, sondern es wird davon ausgegangen, dass die Nachrichten bereits in den Kursen eingepreist sind. Es ist aber zu berücksichtigen, dass dies eine pauschale Hypothese ist. Hier wird davon ausgegangen, dass die Märkte im Grunde genommen effizient sind und dass die Kurse eigentlich aufgrund des guten Potenzials der Unternehmen oder der Gesamtwirtschaft steigen müssten. Zudem wird bei effizienten Märkten vorausgesetzt, dass sämtliche Marktteilnehmer über die erforderlichen Informationen verfügen und diese auch bewerten können, um dann rational handeln zu können. Zwar wird diese These oftmals kritisiert, doch die Börsenphänomene können dies wiederlegen. So gibt es nämlich unter den Marktteilnehmern den sogenannten Herdentrieb. Das heißt, sie verhalten sich absolut irrational, was sich wiederum in den Charts widerspiegelt. Aus diesem Grund wird mit Chartmustern gehandelt.

Grundsätzlich basieren die Konstruktionen aller Binären Optionen auf der Chartanalyse, denn angeboten werden zum Beispiel

  • Call-/Put-Optionen auf Basis trendfolgender Chartmuster
  • Range-Optionen aufgrund des Seitwärtstendierens

oder

  • Touch-Optionen aufgrund bestimmter Volatilitätsmuster.

Trader, die mit der Chartanalyse arbeiten, haben immer die aktuellsten Publikation und Nachrichten im Blick. Zu beachten ist auch, dass sich die Chartmuster seit den 2000er Jahren verändert haben. Dies hat mit den Tradingrobotern zu tun, die pro Sekunde bis zu 10.000 Trades ausführen können.

Vor- und Nachteile der Fundamentalanalyse und Chartanalyse

Zwischen Anwendern der Fundamentalanalyse und der Chartanalyse gibt es immer Diskussion, die es wohl auch in Zukunft weiter geben wird. Einige Charttechniker lehnen die Fundamentalanalyse strikt a, denn sie nehmen an, dass die fundamentalen Geschehnisse bereits in den Kursen enthalten bzw. eingepreist sind. Anwender der Fundamentalanalyse halten dem entgegen, dass Märkte nicht rational reagieren. Jedoch kann mit der Fundamentalanalyse auch nicht alles prognostiziert werden. So wirken nämlich einige Geschehnisse aus fundamentaler Sicht sehr paradox, wenn zum Beispiel der Aktienkurs eines Unternehmens plötzlich einbricht, obwohl das Unternehmen kurz zuvor gute Quartalszahlen vorgelegt hat.

Hingegen gehen Anwender der Chartanalyse davon aus, dass der Markt bereits die positiven Zahlen eingepreist hat und der Kurseinbruch mit der Gewinnmitnahme zu tun hat. Beweisen lässt sich das aber auch nicht.

Allgemein beziehen große Spekulanten in die Fundamentalanalyse immer die Chartanalyse mit ein. Trader, die Binäre Optionen über einen längeren Zeitraum halten, sollten die Fundamentalanalyse in den Vordergrund stellen.

Ebenso wichtig ist die Fundamentalanalyse auch, wenn wichtige Nachrichten gerade veröffentlicht wurden. Zum Beispiel ist der DAX-Kurs abhängig vom Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes und weiteren wichtigen Kennziffern und folgt typischerweise dem Dow Jones. Trader, die mit kurzfristigen Binären Optionen handeln, sollten diese Fakten ebenfalls im Blick behalten.

Fazit zur Marktbeobachtung

Die Grundlagen der Marktbeobachtung sind mannigfaltig und umfassend. Dabei umfassen sie auch philosophische Fragen, wie zum Beispiel, ob Märkte effizient sind oder nicht, und ob grundsätzlich ökonomisch gehandelt wird oder nicht. Aus diesem Grund betrachten viele Trader die Analyse der vorherrschenden Stimmung an den Märkten als wichtigste Grundlage der Marktbeobachtung.

Andere Trader hingegen handeln tageszeitbezogen. Sie gehen davon aus, dass morgens aktiv in die Märkte eingestiegen wird und dass mittags oftmals eine Stagnation herrscht. Abends können die Kurse dann irrational ausschlagen. Auch diese Sichtweisen gehören zu den Grundlagen der Marktbeobachtung.

Ergänzend zu diesen Grundlagen können auch die Fundamental- und Chartanalyse für die Marktbeobachtung herangezogen werden. Fortgeschrittene Trader beziehen noch verschiedene Handelsstrategien wie beispielsweise die Volatilitätsstrategie mit ein.

Ein Artikel von IID.de
Strategie: Marktbeobachtung am 27.07.2015 mit 5.0 von 5

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