In diesem Beitrag werden die wichtigsten Handelsarten bei Binären Optionen näher unter die Lupe genommen und erläutert, die sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene geeignet sind.

Die einfachste Variante der Binäroptionen ist die beliebte Call- und Put-Option, bei der vorausgesagt werden muss, ob der Kurs eines ausgewählten Basiswertes steigen (Call) oder fallen (Put) wird. Weitere Handlungen oder Eingriffe sind nicht erforderlich. Am Verfallszeitpunkt, sprich am Ende der Optionslaufzeit, zeigt sich, ob sich die Entscheidung als richtig erwiesen hat. Im Gewinnfall winkt eine Rendite, die bis zu 90 Prozent auf den Einsatz betragen kann. Im Falle des Verlustes ist der Einsatz verloren bzw. erstatten einige Broker 15 Prozent auf den Einsatz zurück.

Neben dem Call- und Put-Handel bieten mittlerweile viele Broker noch weitere Handelsarten auf ihren Plattformen an, die nicht nur attraktive Gewinnchancen bieten, sondern auch in bestimmten Marktsituationen das Nutzen von unterschiedlichen Strategien begünstigen können. Hierzu gehören die folgenden aufgeführten Handelsarten.

Inhaltsverzeichnis

Up-/Down-Optionen

Die Up-/Down-Optionen sind auch bekannt unter dem Begriff „Knock-in/Knock-out-Optionen und ähneln Call- und Put-Option. Jedoch wird hier bestimmt, ob sich der Kurs eines Basiswertes nach oben oder unten entwickelt. Die Option ist gewonnen, wenn der Trader mit seiner Einschätzung recht gehabt hat.

Geeignet sind die Up-/Down-Optionen vor allem für Basiswerte, wenn ein eindeutiger Trend erkennbar ist. Ob sich der Trend nach oben oder unten entwickelt, spielt hier keine Rolle. Nicht eindeutige bzw. schwache Trends sowie auch Seitwärtsbewegungen sind keine gute Grundlage für die Up-/Down-Optionen.

Es gibt aber auch noch weitere „Unterarten“ der Up-/Down-Optionen, die wie folgt zu unterscheiden sind:

  • Cash-or-Nothing-Optionen: Hier wird der Basiswert, Basispreis sowie die Laufzeit vom Trader festgelegt. Auch ein fixer Auszahlungsbetrag wird bestimmt, und wenn am Verfallszeitpunkt der Kurs über dem Basispreis liegt, erhält der Trader den vorab bestimmten Auszahlungsbetrag.
  • Asset-or-Nothing-Optionen: Die Vorgehensweise ähnelt der bei den Cash-or-Nothing-Optionen. Jedoch wird hier der Auszahlungsbetrag nicht vorab bestimmt, sondern es wird am Verfallszeitpunkt der Betrag ausgezahlt, der dem Kurs des jeweiligen Basiswertes entspricht.

Touch-Optionen

Die Touch-Optionen gehören zu den beliebtesten Handelsarten. Hierbei wird keine Kursrichtung prognostiziert, sondern das Berühren („touch“) oder Nichtberühren einer bestimmten Preisgrenze. Hier ist zwischen den folgenden Varianten zu unterschieden:

  • One-Touch-Optionen: Der Trader spekuliert hier darauf, dass der Kurs eines Basiswertes eine vorab festgelegte Preisgrenze mindestens einmal berührt. Wird diese Preisgrenze während der Optionslaufzeit einmal berührt, endet die Option automatisch und befindet sich im Gewinn, sprich: der Trader hat gewonnen.
  • Double-Touch-Optionen: Wie sich schon aus dem Namen ableiten lässt, muss bei dieser Handelsart die Preisgrenze zweimal innerhalb der Optionslaufzeit berührt werden.
  • No-Touch-Optionen: Auch hier leitet sich die Funktionsweise bereits aus dem Namen ab. Trader spekulieren hierbei darauf, dass eine bestimmte Preisgrenze während der Optionslaufzeit eben nicht berührt wird.

Bei allen Varianten der Touch-Optionen spielt die Laufzeit eine bedeutende Rolle und es bedarf hier einer genauen Chartanalyse. Besonders gut geeignet sind diese Handelsarten, wenn der Kurs eines Basiswertes längere Zeit zwischen einem Widerstands- und Unterstützungsbereich pendelt, denn der Kurs wird die Ober- oder Untergrenze mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht dauerhaft durchbrechen können, auch wenn es mal zu einzelnen Ausreißern kommt. Grundsätzlich sollte also ein Markt mit gewisser Volatilität ausgesucht werden.

Range-Optionen

Der Begriff „Range“ steht für einen festgelegten Preisbereich, in dem sich der Kurs eines Basiswertes bewegt. Hier können Trader darauf „wetten“, ob sich der Kurs nach Optionsablauf in dem Preisbereich befindet oder außerhalb dieses Bereiches. Unterschieden wird hier wie folgt:

  • Range-In-Optionen: Trader spekulieren darauf, ob der Kurs eines Basiswertes zum Optionsablauf innerhalb des bestimmten Preisbereiches befinden wird. Sollte der Kurs des ausgewählten Basiswertes während der Laufzeit die Range (Preisbereich) verlassen oder nicht, spielt keine Rolle. Es kommt lediglich auf den Schlusskurs an.
  • Range-Out-Optionen: Das Funktionsprinzip ist das Gleiche wie bei den Range-In-Optionen. Einziger Unterschied ist, dass der Schlusskurs am Verfallszeitpunkt außerhalb des Preisbereiches liegt.

Wer sich für die Range-Optionen entscheidet, sollte sich zunächst bei seinem Broker darüber informieren, ob beim Verlassen der Range während der Laufzeit die Option direkt verfällt. Zwar ist es in der Regel so, dass es keine Rolle spielt, ob die Range während der Laufzeit verlassen wird, jedoch gibt es Broker, die diese Handelsart auch unter anderen Bedingungen anbieten.

Grundsätzlich sind Range-Optionen für Kurse geeignet, die eine Seitwärtsbewegung abbilden, die sich innerhalb eines Korridors bewegen. Kurse, die einen eindeutigen Trend zeigen, eigenen sich hingegen nicht für Range-Optionen.

Wochenendoptionen

Diese Handelsart ist sehr risikoreich und es sollte daher gut überlegt werden, ob solch ein hohes Risiko wirklich eingegangen werden soll. Die Funktionsweise dieser Handelsart ist einfach erklärt: Es wird freitags eine Option gebucht und prognostiziert ein Ereignis zur Börseneröffnung, wie zum Beispiel den Eröffnungskurs eines bestimmten Basiswertes. Zur Börseneröffnung am Montagmorgen wird die Option automatisch gekauft und sofort auch wieder beendet.

Derlei Prognosen grenzen schon an das Wahrsagen und die Wahrscheinlichkeit, hier einen Gewinn zu erzielen, ist sehr gering. So ähnelt diese Handelsart doch mehr dem Glücksspiel. Jedoch muss auch betont werden, dass solch ein hohes Risiko von den Brokern auch belohnt wird. Die Renditen können hier bis zu 500 Prozent auf den Einsatz betragen.

60-Sekunden-Optionen (kurzfristige Optionen)

Die 60-Sekunden-Optionen basieren auf den klassischen Call- und Put-Optionen. Einziger Unterschied ist, dass die Option lediglich eine Minute läuft. Allgemein wird diese Handelsart als sehr risikoreich beschrieben, da selbst die geringsten Schwankungen innerhalb von 60 Sekunden eine große Auswirkung haben können. Eine umfangreiche Chartanalyse ist auch hier unbedingt notwendig, genauso wie eine gewisse Risikobereitschaft.

Pair-Trading

Wie der Begriff Pair-Trading schon erahnen lässt, handelt es sich bei dieser Handelsart um das Aufeinandertreffen von zwei Basiswerten. So treten hier beispielsweise die Kurse der Microsoft- und der Apple-Aktie gegeneinander an. Es werden also immer Basiswerte gleicher Art ausgewählt. Zwar können auch Basiswerte unterschiedlicher Art ausgewählt werden, jedoch raten Experten dringend davon ab. Viele Broker geben zudem viele „Paare“ schon vor, die ausgewählt werden können.

Gewonnen wird die Option, wenn am Verfallszeitpunkt der eine Basiswert, auf den spekuliert wurde, besser performt als der andere Basiswert. Grundsätzlich können diese Optionen Tage oder Wochen laufen. Hier kommt es auch immer auf das jeweilige Angebot des Brokers an. Die zu erzielende Rendite richtet sich dann nach dem jeweiligen Kursverhältnis.