Gleitende Durchschnitte erklärt

Gleitende Durchschnitte werden im Rahmen der Technischen Analyse eingesetzt und gestalten sich wesentlich komplexer, als andere Indikatoren. Dafür werden sie aber als recht zuverlässig eingestuft, weshalb sie oftmals von Profitradern genutzt werden. Eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz der gleitenden Durchschnitte ist ein Verständnis für ihre Funktionsweise und die daran anschließende Interpretation.

Inhaltsverzeichnis:

Definition: Das ist ein gleitender Durchschnitt (MA = Moving Average)

In der Technischen Analyse spielt die Mathematik eine wesentliche Rolle. In eine oder mehrere Formeln werden vergangene Kursbewegungen gepackt und im Ergebnis zeigen sich Kurven im Chart, die dem Trader dabei helfen sollen, eine Entscheidung zu treffen. Bei diesen visualisierten Formeln handelt es sich um die sogenannten Technischen Indikatoren, wozu auch die gleitenden Durchschnitte (GD) gehören.

Der gleitende Durchschnitt ist im Grunde genommen der Durchschnittkurs eines Basiswertes in einem bestimmten Zeitraum. Dabei kann er für den Eröffnungs- und Schlusskur sowie für das jeweilige Höchst- und Tiefstkursniveau in einer bestimmten Zeit (Periode) berechnet werden. In der Regel wird er genutzt, der auf dem Schlusskurs basiert und gibt somit einen durchschnittlichen Schlusskurs des Basiswertes innerhalb einer bestimmten Periode an.

„Gleitend“ bedeutet hier, dass ein Durchschnittswert mit jeder neuen Periode berechnet werden kann, indem der Kurs der letzten Periode hinzugezählt und der älteste Kurs abgezogen wird. Unterschieden wird zwischen einfachen und gewichteten gleitenden Durchschnitten, wobei Kurse beim Letztgenannten stärker gewichtet werden.

Arten der gleitenden Durchschnitte

Zu den wichtigsten Arten der gleitenden Durchschnitte zählen:

  • Simple Moving Average (SMA): Einfacher gleitender Durchschnitt
  • Exponential Moving Average (EMA): Exponentiell gewichteter gleitender Durchschnitt
  • Times Series Forecast (TSF): Gleitender Durchschnitt Time Series
  • Triangular Moving Avarage (TMA): Einfach gleitender Durchschnitt mit besonderer Glättung
  • Variable Index Dynamik Average (VIDYA): Variabel gewichteter Durchschnitt
  • Volume Weightes Moving Average (VWMA): Kombination gleitender Durchschnitt mit Handelsvolumen
  • Weighted Moving Average (WMA): Gewichteter gleitender Durchschnitt
  • Linear-Weighted-Moving-Averages (LWMA): Linear gewichtete gleitende Durchschnitte

Die Gewichtung der einzelnen Datenpunkte gilt als wesentlich für die GD-Entstehung, für die verschiedene Konzepte existieren. Grundsätzlich gilt, dass je näher sich ein Datenpunkt am aktuellen Zeitpunkt befindet, desto höher wird auch das Gewicht in der Berechnung. Dabei bezieht sich das auf vorangegangene Datenpunkte, die für die Prognose übernommen werden können. Das gilt vor allem für LWMAs. Bei den exponentiell geglätteten Durchschnitten nimmt das Gewicht der Datenpunkte ab, je weiter die Entfernung zum aktuellen Zeitpunkt ist. Hierdurch wird eine stärkere Glättung auftreten.

Grundsätzlich unterscheiden sich die zuvor genannten Arten der gleitenden Durchschnitte durch ihre Berechnungsweise und dass sie aufgrund dessen auch unterschiedlich auf dem Chart dargestellt werden.

Arbeiten mit gleitenden Durchschnitten

Der Trend innerhalb eines gleitenden Durchschnittes bricht ab, wenn er seinen gleitenden Durchschnitt verlässt, wodurch ein Kauf- oder Verkaufssignal entsteht. Profis können an den gleitenden Durchschnitten sofort den Durchschnittskurs eines Basiswertes erkennen, wobei der gleitende Durchschnitt mit steigender Periodenzahl immer glatter werden muss. Hierdurch zeigt sich ein eindeutiges Bild, indem Trends gut erkannt werden können. Jedoch dürfen Trader nicht annehmen, dass sich der Trend auch auf diese Weise fortsetzen wird.

Unsere Empfehlung:

BDSwiss Banner

50€ Bonus für Ihren ersten Trade!
Jetzt BDSwiss Bonus einlösen

BDSwiss - Testsieger in unserem Binäre Optionen Broker Vergleich!

Viele Broker bieten verschiedene Tools an, um gleitende Durchschnitte berechnen zu können. Als Standard-Perioden gelten 20, 50, 100 sowie 200 Tage. Die gleitenden Durchschnitte werden dann als Linien in den jeweiligen Charts dargestellt. In Bezug auf die Auswahl der Anzahl der Perioden gilt: Je kürzer die Periode gewählt wird, desto schneller ändert sich der gleitende Durchschnitt mit dem Kurs. Nachteilig ist an kurzen Perioden, dass sie weniger zuverlässige Handelssignale bieten. Hingegen reflektieren aber längere Perioden die Kursänderungen langsamer. Wird zum Beispiel eine Periode mit 10 gewählt, so wird die Kursbewegung der letzten 10 Perioden angezeigt. Trader können hier falsche Signale erhalten, weil es auch oft vorkommt, dass sich kurzfristige Kursspitzen zeigen. Hingegen würde ein gleitender Durchschnitt mit 200 Perioden zwar weniger falsche Signale liefern, jedoch gibt es auch seltener Signale aufgrund der langsameren Abbildung.

Es gibt zwei verschiedene Methoden, um den gleitenden Durchschnitt einzusetzen, wobei zunächst erklärt wird, wie gleitende Durchschnitte als Widerstand und Unterstützung dienen können.

Sollte der Kurs auf dem Chart den gleitenden Durchschnitt berühren, so kann bei einem unterhalb liegenden Kurs der gleitende Durchschnitt als Widerstand und bei einem oberhalb liegenden Kurs als Unterstützung dienen. Insofern können gleitende Durchschnitte auch als gute Indikatoren für Widerstände und Unterstützungen genutzt werden, um mögliche Ein- und Ausstiegspunkte in den Markt zu erhalten. Anleger erteilen eine Kauf- oder Verkaufsorder, wenn der Kurs die Linie des gleitenden Durchschnitts berührt, sodass der gleitende Durchschnitt im Grunde wie eine horizontale Widerstands- oder Unterstützungslinie funktioniert. Als Widerstand dient der gleitende Durchschnitt, wenn der Kurs unter diesem liegt und als Unterstützung, wenn er darüber liegt.

  • Methode 1: Betrachtet wird der Schnittpunkt zwischen dem Kurs und dem gleitenden Durchschnitt. Sollte die Linie des gleitenden Durchschnitts von einem steigenden Kurs durchbrochen werden, entsteht ein Kaufsignal. Im umgekehrten Fall, wenn die Linie des gleitenden Durchschnitts von einem sinkenden Kurs durchbrochen wird, kann ein Verkaufssignal interpretiert werden.
  • Methode 2: Betrachtet wird der Schnittpunkt zwischen dem Kurs und zwei gleitenden Durchschnitten. Dabei bezieht sich der erste gleitende Durchschnitt auf eine kurze Zeitperiode und der zweite auf längere Zeitperiode. Sollte nun die Linie der kürzeren Periode von unten nach oben die Linie der kürzeren Periode schneiden, entsteht ein Kaufsignal. Umgekehrt gilt das für ein Verkaufssignal.

Das wohl wichtigste Einsatzgebiet von gleitenden Durchschnitten ist die Angabe darüber, ob ein Trend funktioniert bzw. intakt ist, was quasi in jeder Zeitperiode funktionieren kann. Sollte sich der gleitende Durchschnitt überproportional verbreitern, kann dies einen Trendbruch bedeuten.

Fazit zu Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnitte können Trends aufzeigen und aufgrund des Fortzeichnens wird eine Prognose möglich, was als größter Vorteil gilt. Nachteilig ist, dass auch schnell Fehlinterpretationen vorgenommen werden können, da sich der gleitende Durchschnitt aus den vergangenen Daten errechnet. Wie er sich letztendlich fortsetzt, ist reine Spekulation.

Für die Technische Analyse ist der gleitende Durchschnitt die Basis zahlreicher Indikatoren, weshalb Trader sich durchaus mit dieser Thematik beschäftigen sollten. Experten empfehlen sogar, sich grundsätzlich die Linien des gleitenden Durchschnitts auf dem Chart anzeigen zu lassen, um hierdurch eine „Stütze“ zu erhalten. Für die reine Spekulation sind gleitende Durchschnitte aber ungeeignet.

Ein Artikel von IID.de
Gleitende Durchschnitte erklärt am 25.07.2015 mit 5.0 von 5

BDSwiss Banner